Schottland 2011

Dienstag, den 02. August 2011 um 10:20 Uhr Alex
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Panorama_01

Schottland- wer den Namen hört, denkt an den Highländer, Braveheart (Für die Damen: Mel Gibson ist Australier!!!!), Whiskey und Regenwetter … Während einer stürmischen Nacht im Hohen Venn wurde am knisternden Lagerfeuer bei Uli und mir (Alex) aus diesen Gründen (Wir meinen die beiden letzteren…) der Wunsch wach nach Schottland zu fahren. Ein passender Begleiter wurde auch bald in Volker gefunden und so starteten wir nach eineinhalb Jahren Planung (Urlaube auf einander abstimmen…) endlich Richtung Glasgow (nicht ohne vorher in Amsterdam unsere terroristischen Neigungen ausgelebt zu haben / werft niemals Zigaretten in die Mülleimer am Flughafen!!! Lächelnd)


Start in Milngavie

Nach einer kurzen Nacht in einer Jugendherberge, starteten wir am nächsten Morgen nach Milngavie, dem offiziellen Startpunkt des 96 Meilen ( 156 km< ) langen West Highland Ways. (links: Startpunkt des WHW )

Und natürlich klar: Pünktlich zu den ersten Schritten begann es zu regnen und hörte in den nächsten vier Tagen nur auf damit wir den Poncho für zehnRegenwetter in Schottland Minuten wieder in den Rucksack stecken konnten und die nervigen kleinen Midges (etwa Floh-große Mücken) sich auf uns stürzen konnten.(rechts: von Midges geplagte, nasse WaldläuferZwinkernd)

Auch die nächsten zwei Wochen sollte diese zwei typischen schottischen Erscheinungen unsere ständigen Wegbegleiter werden, genauso wie nasse Füsse, feuchte Klamotten, Blasen, Schlamm und die Karte des Rumtreibers - eine Marschkarte, auf der wir uns in jedem Ort auf dem Weg, meistens in einem Pub  (sehr zu meinem und Ulis Entzücken) , einen Stempel abholen konnten-.


Fütterung von WildtierenNach den ersten vier Tagen wurde auch das Wetter etwas besser, so dass wir auch ab und zu mal die Sonne sahen und mit jedem Kilometer welchen wir uns vom Loch Lommond in Richtung der wahren Highlands bewegten, wuchs unsere Stimmung und unsere Faszination von der Landschaft. Bald waren wir auch wie bunte Hunde unter den Wanderern bekannt (man trifft sich immer wieder mal bei Pausen, am Zeltplatz oder im Pub zum Essen…) und einige Schotten waren richtig gehend fazieniert von uns: "your'e f*** old scouts" zu deutsch "Seid ihr nicht ein bisschen zu alt für Pfadfinder?" (Moment, so etwas hatten wir doch schon von der alten Bundesleitung gehört…..Kennen die sich?) Auf jeden Fall hatten wir mit jedem KM den wir Fort William, unserem Ziel näher kamen mehr Spaß. Wir konnten Steinadler beobachten, haben nachts in irgendwelchen 100-jahre alten Schutzhütten übernachtet, mit total verrückten Edinburghern (wilde)Hirsche aus der Hand gefüttert (links) usw,usw….                                                                                  

Wahrscheinlich hatten wir auch soviel Spaß weil wir, im Gegensatz zu vielen anderen Wanderern, die Strecke nicht in sieben oder, wie zwei schottische Soldaten die wir trafen, in vier, sondern in zehn Tagen gemütlich gewandert sind (Wir waren trotz aller Versuche, immer die Letzten die um zehn Uhr dann doch mal losgekommen sind Zunge raus) Trotz allem liefen wir bis zu 26 km am Tag. Nicht zu vergessen sind die ganzen Höhenmeter, welchen wir als Niederrheiner gar nicht gewachsen sind (Unser erster Hügel war dreihundert Meter hoch, und jeder Sauerländer hätte uns ausgelacht, wenn er uns hätte keuchend und total verschlammt den Hügel erklimmen sehen können). Nach zehn ereignisreichen und sehr witzigen Tagen kamen wir dann endlich in Fort William an, haben gebührend unsere Ankunft gefeiert und sind dann am nächsten Tag direkt den Ben Nevis hoch, den mit 1344 m höchsten Berg von Groß Britanien.Schnee auf dem Ben Nevis Das bei der Besteigung schon über dreihundert Menschen gestorben sind, ist irgend wie kein Wunder, haben wir da doch tatsächlich Mädels in Spaghetti-Top und Flip-Flops im Schnee gesehen (Ja, da lag noch Schnee!)



Da wir im Anschluss noch ein paar Tage Zeit hatten und Uli preferierte die Isle of Skye zu besuchen, verschlug es uns für drei Tage an die Atlantik Küste und Schottlands schönste (Halb-) Insel. (Ist eigentlich eine Halbinsel von einer Insel eine Viertelinsel???) Stadt Portree auf Skye Dort wanderten wir dann auch noch ein bisschen auf den Klippen der Steilküste herum, machten eine Eagle-Watching-Tour und filmten Seeadler und Seehunde und besuchten die Talisker- Destillery. Darüber hinaus entdeckten wir unseren Faible fürs Trampen. Aber leider endet jeder Urlaub und jede Fahrt einmal und so mussten wir uns dann doch schlussendlich auf dem Weg zum Flughafen machen und hätten (ohne Volker) fast noch den Flieger verpasst Cool)


Fazit:

Schottland eignet sich als Fahrtenland ideal, der West Highland Way ist bestens beschildert, allerdings schon ziemlich anstrengend. Die gute alte Kothe ist für Schottland gar nix, dass Ding würde niemals trocken werden und die Jungs dahinten reagieren ziemlich böse wenn man da irgendwelche Kothenstangen schlägt. Im Allgemeinen ist die Freundlichkeit dort phänomenal, jeder fragt dich wie es dir geht und interessiert sich sogar für die Antwort (Kennt man als Deutscher gar nicht mehr…). Allerdings ist Schottland nicht allzu billig, die Preise sind etwa ein Drittel bis zur Hälfte teurer. All dies wird aber durch ein supertolle Landschaft und tolle Menschen wett gemacht.

Wer Lust auf weitere Fotos bekommen hat, kann sich in unserer Bildergalerie umschauenLachend

Wenn jemand von euch Interesse an einer Tour nach Schottland bekommen hat und noch Info's braucht, der kann sich an Volker, Alex oder Uli aus Kleve wenden!

Loch Lomond